Indifferenz


Indifferenz
   (lat. = Nichtentscheidung) bezeichnet in der Ethik die unentschiedene, selber noch nicht ethische Ausgangsposition vor einer Entscheidung der Wahlfreiheit. In der Spiritualität bezeichnet I. die Haltung der Gleichmütigkeit (”aequilibrium“) gegenüber allen geschaffenen Dingen, verbunden mit der Entschiedenheit, sich in allen Dingen für Gott zu entscheiden (Ignatius von Loyola † 1556). Diese Vorentscheidung in Gleichmütigkeit soll nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden. – Indifferentismus ist ein Begriff der kirchlichen Lehrinstanz, mit dem sie die Gleichgültigkeit gegenüber religiösen Werten bezeichnet u. den sie in der Neuzeit wiederholt verurteilte. Im Zeichen der Säkularisierung tritt an die Stelle eines aggressiven, argumentativen Atheismus häufig die Haltung völliger Gleichgültigkeit gegenüber Gott, der nicht ohne Schuld der kirchlichen Verkündigung unter die Kategorie der Brauchbarkeit geraten war u. dessen ”Brauchbarkeit“ in Nöten u. Problemen nicht mehr erfahren wird.

Neues Theologisches Wörterbuch. . 2012.

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  • Indifferenz — steht für: den Wesenszug der Gleichgültigkeit Indifferentismus, in der Psychologie indifferentes Gleichgewicht, Grenzstabilität in der Physik indifferenter Haushalt, Indifferenzkurve in der Ökonomie …   Deutsch Wikipedia

  • Indifferenz — (v. lat.), 1) so v.w. Indifferentismus; 2) Zustand, wo zwei entgegenwirkende Kräfte zur Ausgleichung gelangt sind so daß keine der[883] anderen überlegen ist. Wo das Vorwalten beider nach Graden bestimmt ist, ist die Zeit od. die räumliche Stelle …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Indifferenz — (lat.), »Unterschiedslosigkeit«, Aufhebung des Unterschiedes; so spricht die Identitätsphilosophie von der I. des Objekts und Subjekts. Allgemein soviel wie Gleichgültigkeit, Teilnahmlosigkeit …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Indifferenz — Indifferenz,die:⇨Gleichgültigkeit …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Indifferenz — Ịn|dif|fe|renz 〈f. 20; unz.〉 1. Unbestimmtheit, Wirkungslosigkeit 2. Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit [→ indifferent] * * * Ịn|dif|fe|renz [auch: … rɛnt̮s ], die; , en [lat. indifferentia = Gleichheit]: 1. <o. Pl.> (bildungsspr.)… …   Universal-Lexikon

  • Indifferenz — Ịn|dif|fe|renz 〈f.; Gen.: ; Pl.: unz.〉 1. Unbestimmtheit 2. Gleichgültigkeit, Wirkungslosigkeit [Etym.: → indifferent] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Indifferenz — In|dif|fe|renz [auch ... rɛnts] die; , en <über fr. indifférence aus lat. indifferentia »Gleichheit«>: 1. (ohne Plur.) Gleichgültigkeit, Uninteressiertheit. 2. (von chem. Stoffen [in Arzneimitteln]) Neutralität …   Das große Fremdwörterbuch

  • Indifferenz — Ịn|dif|fe|renz [auch ... rɛ... ], die; , en (Unbestimmtheit, Gleichgültigkeit; Wirkungslosigkeit) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Ethnomethodologie — ist eine praktische Forschungsrichtung in der Soziologie, die von Harold Garfinkel in Kalifornien (USA) begründet wurde. Der Begriff ‚Ethnomethodologie‘, den er in den 1950ern entwickelte, ist vage an die thematische Gliederung der Anthropologie… …   Deutsch Wikipedia

  • Schelling — Schelling, Friedr. Wilh. Jos. von, einer der einflußreichsten Philosophen unserer Zeit, häufig aber jedenfalls mit Uebertreibung der deutsche Platon genannt. geb. 1775 zu Leonberg bei Stuttgart, kam schon mit 15 Jahren ins protestant. Stift nach… …   Herders Conversations-Lexikon


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